Tae Kwon-Do

Ausbildung zum Kampfkunstlehrer (Tae Kwon-Do Meister)

Unsere Schule bereitet die Schüler auf den Beruf des Kampfkunstlehrers im Traditionellen Tae Kwon-Do vor.

Voraussetzung für die Ausübung des Berufes des Kampfkunstlehrers ist das Bestehen der
Meisterprüfung zum 1. Dan Traditionellen Tae Kwon-Do

Für die Meisterprüfung sind insgesamt 9 Vorprüfungen
(Jeweils 2 Prüfungen für die Farbgurte 9. bis 1. Kup weiß, gelb, grün, blau, rot)
im Traditionellen Tae Kwon-Do zu absolvieren.

Jede einzelne Farbgurt-Vorprüfung kann nach einen Vorbereitungszeitraum von ca. 6 Monaten abgelegt werden,
so dass die gesamte Ausbildung zum Meistergrad 1. Dan ca 4 1/2 Jahre dauert.

Mit der bestandenen Meisterprüfung 1. Dan ist es dem Schüler gestattet,
eine eigene Kampfkunstschule zu eröffnen und die Vorprüfungen zu den Farbgurten abzunehmen.



Was ist Taekwon-Do?


Taekwon-Do ist ein System der waffenlosen Selbstverteidigung, dessen Ursprungsland Korea ist. Es ähnelt in einigen Aspekten dem japanischen Karate und dem chinesischen Kung-Fu.
In einer, dem Laien verständlichen Fassung, lässt sich Taekwon-Do als waffenlose Selbstverteidigung und Kampfkunst interpretieren, deren Techniken in einer variationsreichen Anwendung von Schlägen und Stößen mit fast allen Teilen der Hände, Arme, Beine und Füße besteht - und deren Erlernen in erster Linie der Persönlichkeitsentfaltung des einzelnen dienen soll.

Taekwon-Do bedeutet wörtlich übersetzt 'Weg des Fußes und der Hand'

TAE beschreibt alle Fußtechniken, also das Springen, Schlagen und Stoßen unter Ausnutzung aller Möglichkeiten der Beine. KWON heißt koreanisch Faust. Es steht in diesem Zusammenhang für alle Schläge, Stöße und Abfangbewegungen mit Armen und Händen. DO ist mit 'Weg' nur unzureichend übersetzt und steht für die auch allen anderen asiatischen Kampfsportarten zugrunde liegende Philosophie. Diese beinhaltet unter anderem eine bestimmte geistige Konzeption der Lebensführung. Das DO steht für alle die Dinge, Entwicklungen und Erfahrungen, die über den rein sportlichen Aspekt hinausgehen.


Die Entstehung des Taekwon-Do

Taekwon-Do ist eine Kampfkunst, die sich in Korea über viele Jahrhunderte entwickelt hat. Der Ursprung der heutigen Kampfkunst lässt sich schon sehr früh in der Geschichte von Korea finden. In den ersten Jahrhunderten nach der christlichen Zeitrechnung bestand Korea aus drei Königreichen: Koguryo, Baek Je und Silla. Da Koguryo im Norden das größte Königreich war, waren Baek Je und Silla stets auf der Hut vor der wirtschaftlichen und militärischen Übermacht. Vor allem Silla erkannte damals schnell, dass eine geistige Überlegenheit die wichtigste Grundlage für das Überleben und das Widerstandsvermögen war, deshalb wurden viele Systeme entwickelt, die den Geist und den Willen stärkten.

Aus diesem Grund wurde das Hwarang-Do von König Ching-Hung ins leben gerufen. Diese Organisation unterrichtete talentierte Jugendliche in den Künsten des Zen. Das Zen beinhaltete unter anderen Dingen auch Wissenschaften und Selbstverteidigung. Die drei Königreiche vereinigten sich schließlich unter der Leitung von Silla. Dies war praktisch der Ursprung des Taekwon-Do, das damals noch Taekyon hieß.

Im 14. Jahrhundert nach Christus, zur Zeit der Lee-Dynastie, gab es nur noch einige wenige Gruppen, die die Kunst des Taekyon am Leben erhielten. Als Korea dann 1910 von den Japanern besetzt wurde, verboten diese die öffentliche Ausübung von Taekyon. Genau dieses Verbot führte aber dazu, dass Taekyon wieder verstärkt ausgeübt und weiter entwickelt wurde und war auch ein wichtiger Bestandteil, mit dem Korea diese schlimme Zeit überstand.

Nachdem 1945 die Japanische Besetzung überstanden war, regte sich Interesse, Taekyon öffentlich zu verbreiten. General Choi, Hong Hi wurde mit der Aufgabe betraut, Taekyon neu zu Ordnen und eine Organisation zu entwerfen. Bei dieser Neuordnung wurde auch der Name Taekyon in Taekwon-Do geändert, was soviel wie 'Weg des Fußes und der Hand' bedeutet. 1965 wurde eine Gruppe der höchsten Danträger entsandt, um Taekwon-Do in der ganzen Welt zu verbreiten. Unter anderen auch Großmeister Kwon, Jae-Hwa, der seit dieser Zeit Taekwon-Do in Europa unterrichtet.


Die Bestandteile des Taekwon-Do

Die Kampfkunst setzt sich aus drei Hauptteilen zusammen:

» Hyong (Formenlauf)
» Taeryon (Freikampf)
» Kyek-Pa (Bruchtest)



Hyong

Das Hyong- oder Formentraining ist ein grundlegendes Element in der täglichen Schulung des Übenden. Hierbei handelt es sich um eine festgelegte Abfolge von Angriffs- und Verteidigungsaktionen. Die einzelnen Bewegungen stellen den Kampf des Übenden mit mehreren imaginären Gegnern dar.
Diese Trainingsform ermöglicht es dm einzelnen, alle, auch gefährliche Techniken zu trainieren und zu perfektionieren, ohne dabei andere zu verletzen oder zu gefährden. Die einzelnen Formen werden mit zunehmendem Entwicklungstand des Schülers immer länger und komplexer. Die Hyong trainiert somit Atmung, Einfühlungsvermögen, Vorstellungskraft und Konzentration.
In den Taekwon-Do Schulen von Großmeister Kwon, Jae-Hwa wird ein aus 20 Formen bestehendes System gelehrt. Die Formen haben alle einen der Geschichte entlehnenden Namen und deuten in ihrem Aufbau auf den entsprechenden Zusammenhang hin.


Taeryon

Der Kampf oder das Sparring ist die Anwendung der Angriffs- und Verteidigungstechniken gegen einen oder mehrere sich bewegende Gegner. Es existieren verschiedene Sparringsformen. Im traditionellen Taekwon-Do sind die wichtigsten der Ilbo Taeryon (Ein-Schritt-Kampf) und der Chayu Taeryon (Freikampf). Der Ilbo Taeryon ist eine Kampfform, bei der der Angriff reglementiert wird und der Verteidiger gehalten ist, dem festgelegten Angriff in unterschiedlicher Form zu begegnen.
Der Chayu Taeryon stellt eine weitere Entwicklungsstufe dar, bei der der Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung fließend und nicht vorherbestimmt ist. Der Freikampf gehorcht lediglich einer Reihe von Wettkampfregeln, die die Aufgabe haben, die miteinander Übenden optimal zu schützen. Über dies sollen sie auch die Disziplin, Fairness und Höflichkeit auch im Rahmen einer Auseinandersetzung entwickeln.
Die Kampfformen werden erst nach ca. einem Jahr in den Stundenplan des Trainierenden aufgenommen, da das Taeryon eine bis zu einem gewissen Grad entwickelte Technik voraussetzt. Der Kampf fördert die Ausdauer, die Kreativität, die Wahrnehmungsfähigkeit und das Timing des einzelnen. Darüber hinaus werden Mut und Widerstandskraft trainiert. Der Schüler lernt, Verantwortung zu übernehmen und für seine Handlungen und Ansichten einzustehen.


Kyek-Pa

Der Bruchtest ist, im Gegensatz zu Form und Kampf, kein Bestandteil des Trainings. Die Fähigkeit, Materie zu überwinden, ergibt sich zwangsläufig aus dem Training der anderen Disziplinen. Der Kyek Pa ist ein Gradmesser für die geistige Entwicklung des Ausführenden. Ziel eines Bruchtests ist es nicht, Materie mit roher Gewalt zu zerstören, sondern die Lücke zwischen Körper und Geist zu schließen. Das heißt, der Bruch der Materie wird im Kopf konzipiert und vom Körper nachvollzogen. Misslingt der Bruchtest, so ist dies ein Zeichen dafür, dass der Schüler noch nicht gelungen ist, diese Kluft zu schließen.
Darüber hinaus demonstriert der Bruchtest dem Außenstehenden die gewaltige Kraft und Effizienz der Techniken und verdeutlicht, wieso es notwendig ist, den Kampf zu reglementieren und die innerhalb der Hyong ausgeübten Techniken, wegen der damit verbundenen Gefahren, nicht an Menschen zu trainieren. Der Bruchtest fördert die Präzision, die Konzentration, den Willen und die geistige Kraft. Zudem erzieht er zu Bescheidenheit, da er dem Ausführenden seine Unzulänglichkeit deutlich vor Augen führt und seinen Ehrgeiz anstachelt.
Es sei noch erwähnt, dass eine vorherige Abhärtung der Körperstellen, mit denen Bruchtests vollzogen werden, wichtig ist, um Verletzungen zu vermeiden. Man sollte also niemals unvorbereitet auf ein Brett schlagen. Daher ist es durchaus sinnvoll, diese Abhärtung auch zu Hause durchzuführen.


Hosinsul

Hosinsul steht für Selbstverteidigung, die ähnlich dem Bruchtest kein tragender Bestandteil des Trainings ist, obwohl durchaus spezielle Selbstverteidigungstechniken gelehrt werden. Diese sollen aber in erster Linie einer besonderen Situation oder besonderen Umständen (z.B. speziellen Bedürfnissen von Frauen in gefährlichen Situationen und den daraus resultierenden Problemen) Rechnung tragen. Ansonsten ist die Fähigkeit zur Selbstverteidigung ein Ergebnis des konsequenten Trainings der anderen Disziplinen. Hier finden alle durch hartes und beständiges Üben entwickelten Fähigkeiten ihre logische Anwendung und ihren Sinn.
Die im Kampf erworbene Fähigkeit, Angriffen auszuweichen, sie zu parieren oder zu kontrollieren ebenso wie die Sicherheit in der Wahl des richtigen Zeitpunktes und der richtigen Distanz. Darüber hinaus schult der Übende im Training seinen Blick, um die Aktionen des Gegners schnell und sicher zu erkennen und richtig reagieren zu können.
Durch das Training der Formen ist es nun möglich, mit dem erworbenen Einfühlungsvermögen die erlernten und automatisierten Sequenzen ohne Zeitverlust konsequent zum Einsatz zu bringen, ohne in der speziellen Situation erneut darüber nachdenken zu müssen. Die Gymnastik befähigt dazu, sich auch unter widrigen Umständen völlig sicher zu bewegen und garantiert einen lockeren und entspannten Muskeltonus des Körpers, der einen kraftvollen und entschiedenen Angriff, ähnlich einer Explosion, ermöglicht. Die Atmung hilft, gelassen zu wirken, führt zu einem sicheren Auftreten und erschüttert so bereits ohne Kampfhandlung das Selbstvertrauen des Angreifers. Der Kiap (Kampfschrei) trägt dazu bei, die eigene Angst zu kontrollieren, steigert die Konzentration auf die notwendige Aktion und hilft, den Gegner zu erschüttern, ihn somit zu Fehlern zu verleiten.
Die im Kyek-Pa angestrebte geistige Reife ermöglicht es uns, im Notfall mit aller Entschiedenheit und unbeugsamen Willen, eine deutliche und schnelle Entscheidung zu unseren Gunsten herbeizuführen.
Trotz allem: Das eigentliche Ziel des Taekwon-Do ist, geistige und körperliche Vervollkommnung zu erreichen. Es lehnt den Kampf ab. Ziel ist es, zu siegen ohne zu kämpfen. Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung entwickelt sich auf natürliche Weise im Training, ohne das eigentliche Ziel zu sein. Nicht zweifelhafte Tricks, sondern die geistige Reife entscheiden darüber, ob es gelingt, jede Situation, ob im Kampf oder im täglichen Leben, zu meistern.

"Taekwon-Do ist Bewegung für Körper und Geist, vermittelt Respekt, Höflichkeit, Bescheidenheit und Selbstdisziplin, fördert Koordination, Konzentration und Reaktion, aber auch Geduld und Ausdauer. Ob Meister oder Anfänger, jung oder alt, Taekwon-Do beansprucht die mentalen ebenso, wie die physischen Kräfte und Fähigkeiten und fördert ihr harmonisches Zusammenspiel durch jahrelanges Training. Es ist lebenslange Herausforderung und Chance zugleich, körperliche Gesundheit und geistige Stärke bis ins hohe Alter zu behalten."


Großmeister KWON, JAE-HWA

 
Sonntag, 17. November 2019

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